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Auslaufmodell 45-Minuten-Unterricht

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Schleswig-Holsteins Schulen stellen um: Immer häufiger wird der 45-Minuten-Unterricht durch flexiblere Konzepte ersetzt. Ein guter Weg, sagen Bildungsexperten.

Kiel. "Nicht mehr zeitgemäß" - so bezeichnen einige Pädagogen den Unterricht im traditionellen 45-Minuten-Takt. Und tatsächlich: Immer mehr Schulen in Schleswig-Holstein stellen ihre Stundentaktung um. Sie orientieren sich am sogenannten Konzept der "rhythmisierten Schule".

Mit den Worten "45-Minuten-Takt? Was war das noch?", reagiert Lars Hansen, Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster auf das Thema. Dort hat man vor drei Jahren den Lernrhythmus vollständig umgestellt. "Jetzt lernen die Kinder in Blöcken. Sie variieren zwischen 30, 60 und 90 Minuten", erklärt der Pädagoge. In Neumünster entscheiden die Schüler sogar selbst, welches Fach sie in diesen Blöcken bearbeiten. Sport- und Musikunterricht sorgen in Form von Kurzphasen für Entspannung nach Deutsch, Mathe oder Englisch.

Schulen sind auf dem richtigen Weg

Auch Hans-Werner Johannsen, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Handewitt, sagt: "Wir würden zum 45-Minuten-Unterricht nicht wieder zurückkehren." Hier werden die Fächer in Doppelstunden unterrichtet.

Beide Schulen sind auf dem richtigen Weg, glaubt man dem Bildungsexperten und Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck: "Man muss den Unterricht rhythmisieren. Lernen braucht eine sehr feine Komposition von Spannung und Entspannung." Dem werde die starre Aneinanderreihung von 45-Minuten-Einheiten nicht gerecht. Laut Struck müsse die Dauer des Unterrichtes am jeweiligen Fach angepasst werden: "Fremdsprachen lernen Kinder optimal in zehnminütigen Einheiten, Naturwissenschaften im Drei-Stunden-Takt."

Auch Bildungsministerium beobachtet den Trend

Damit das Gelernte im Gedächtnis bleibt, seien kurze Entspannungsphasen sehr wichtig. "Das gilt auch für zu Hause", so Struck. Immer mehr Schulen würden dieses Konzept nun für sich entdecken.

Auch das Bildungsministerium in Kiel beobachtet diesen Trend. "Es gibt Schulen, die das unterschiedlich handhaben. Die ältere Generation kennt noch die festgeschriebenen 45 Minuten. So strikt ist das heute nicht mehr", sagt Pressesprecher Thomas Schunck. Das Ministerium gebe hierfür keine Vorgaben. "Das ist Schulorganisation und unterliegt der pädagogischen Freiheit. So ein Konzept muss aber pädagogisch begründet und von der Schulkonferenz beschlossen sein", so Schunck.


Quelle: http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//auslaufmodell-45-minuten-unterricht.html

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